Der Ukrainekrieg ist auch für die AfD die „Stunde der Wahrheit“ (Martin Sellner)

Nur noch eine Weiterentwicklung der AfD zur „Querdenker“-Partei im Sinne einer Synthese zwischen AfD- und Wagenknecht-Fans könnte in Deutschland das Ruder noch herumreißen.

Die AfD ist die einzige wahre Oppositions-Partei im deutschen Bundestag.  Leider ist sie ursprünglich von ehemaligen CDU-Mitgliedern als transatlantisch gestimmtes Projekt gegründet worden.

Mitglieder wie v.a. Dr. Wolfgang Gedeon haben 2014 auf einem Parteitag, der sich – anders als die Funktionäre – gegen antirussische Wirtschaftssanktionen aussprach, für Kurskorrekturen und erstmalige NATO-Kritik gesorgt.


Dennoch erweist sich die mangelnde programmatische Weitsicht der Gründungsriege als einer der Hauptgründe für die immer desaströsere Lage einer von Sollbruchstellen zerpflügten Partei, die nie in der Lage war, wirklich gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Nichtsdestotrotz empfehle ich bis auf Weiteres dringlich die Wahl der AfD – perfekt oder nicht -, um Deutschlands/Europas ökonomischen und kulturellen Untergang zu verhindern.

Gleichzeitig bleibt es dabei, daß nur noch eine Weiterentwicklung der AfD zur eindeutiger ausgerichteten „Querdenker“-Partei im Sinne einer Synthese zwischen AfD- und Wagenknecht-Fans das Ruder in Deutschland noch herumreißen könnte.

Das gilt auch für den Fall, daß in den USA erneut der „Trumpismus“ – ebenfalls ein Querdenker-Projekt – die Oberhand gewinnt. Nur in diesem Fall machte die Fortführung eines Transatlantismus Sinn. Dieser müßte dann allerdings einen gänzlich anderen Charakter annehmen: indem der Westen Russland mit ins Boot nähme. Wobei die US-Akzeptanz der Gaspipeline Northstream II zum Prüfstein einer hoffentlich geläuterten Haltung der Amerikaner würde.

Europäische Union: Weniger Demokratie wagen! Dafür mehr Krieg.

Die erste EU-«Zukunftskonferenz» fand am 9. Mai 2022, dem Gedenktag zum Weltkriegsende, statt. Eine „Generalüberholung“ der Europäischen Union steht an.[1] Man sondiert Möglichkeiten, die EU „demokratischer, bürgernäher und effizienter“ zu machen. Es darf gelacht werden. 

Die spektakulärste Forderung lautet: In der Außen- und Fiskalpolitik der Europäischen Union soll das Einstimmigkeitsprinzip abgeschafft werden. Also wenn es z.B. darum geht, Wirtschaftssanktionen  gegen Drittstaaten (sprich: Russland) zu verhängen. Oder gemeinsame Schulden aufzunehmen (was die EU-Verträge bislang verbieten). Dissentierende Mitgliedstaaten (etwa Ungarn) könnten dann einfach überstimmt werden. Kein Veto mehr!

Erneut tritt hier das orwell´sche „Demokratie“-Verständnis der EU zutage: Wegfall des Einstimmigkeits-Prinzips bedeutet weniger Mitentscheidungs-Kompetenz nationaler Parlamente. In Wahrheit will die EU also nicht mehr, sondern weniger Demokratie wagen.

Ohnehin sind nach einem Diktum des Staatsrechtlers Peter Grimm „die Mitgliedstaaten […] zwar noch die ,Herren der Verträge‘, aber nicht mehr die Herren des auf ihrem Territorium anwendbaren Rechts.“[2] Es bestehen Bedenken, ob der durchschnittliche deutsche (oder französische) Wähler hier noch folgen kann. Verständnistrick „für die Faust“: Meist stimmt das exakte Gegenteil von dem, was EU-Funktionäre verlautbaren lassen. „Think mirror“.

Neuer Anlauf zur „Europäischen Verfassung“

Für Reformen wie solche Anti-Veto-Träume müßten die EU-Verträge geändert werden. Volksfeindlich gesonnene Konferenzteilnehmer schlugen daher einen „Europäischen Verfassungskonvent“ vor. Gottlob stellen sich mindestens zehn Mitgliedstaaten.[3]
Was natürlich nie ausschließt, daß die Zentralisten auf kurz oder lang doch noch siegen: Mit Speck – spricht: Euros – fängt man Mäuse! Man kann nur hoffen, daß v.a. Ungarns Viktor Orban stark bleibt!

Das Projekt einer „Europäischen Verfassung“ ist bekanntlich schon einmal gescheitert. Das war in den Jahren 2003 ff. Die Deutschen wurden gar nicht erst befragt, aber Volksreferenden in Frankreich und den Niederlanden sprachen sich gegen eine „EU-Verfassung“ aus. Daher konnte der hinter den Kulissen ausgehandelte völkerrechtliche Vertrag nicht ratifiziert werden. Das hat die globalistische politische Klasse den „populistischen“ Parteien genauso wenig verziehen wie den BREXIT.

Jedoch hofft man jetzt, daß die allgemeine Russophobie (wird Putin auch NATO-Staaten angreifen, gar bis Berlin „durchrutschen“?) mehr EU-Gleichschritt in der Außenpolitik ermöglicht. So könnte man auch gegen die Voten (aber mit dem Steuergeld) europäischer Nationen vereint in den Kreuzzug gegen die „Feinde der Menschheit“ ziehen. Wie sagte jüngst der Kabarettist Uwe Steimle: „Es gab Zeiten, da wurde man wenigstens noch gefragt, ob man den totalen Krieg überhaupt will.“

Plan B der Europäischen Union

Man hat auch noch einen Plan B im Ärmel: Eine «Europagemeinschaft», die auch Drittländern offensteht. In eine solche „Föderation“ könnten auch die Ukraine, Georgien, Moldawien und die Länder des Westbalkans eintreten.[4]

Georgien? Da war doch was, im eurasischen Kaukasus … Im August 2008 eskalierte der Konflikt Georgiens mit dem separatistisch gesonnenen Südossetien, das zurück nach Russland wollte, in einem Fünf-Tages-Krieg – nicht zufällig nachdem auf dem Bukarester NATO-Gipfel im April 2008 Georgien – wie auch der Ukraine – die Möglichkeit eines NATO-Beitritts bestätigt worden war.[5]
Das war natürlich Wind in den Segeln von George Soros´ „Farb-Revolutionären“!

Parallelen Ukraine – Georgien

Parallelen sind also unübersehbar: Jeweils handelt es sich um einen Sezessions-Konflikt mit der Zentralmacht. Auf der einen Seite stehen Kiew bzw. Tiflis, auf der anderen Donbass bzw. Südossetien. Und jeweils steht ein Stellvertreterkrieg zwischen USA und Russland im Raum. Soll der nächste in Georgien stattfinden?

Lernt „der Westen“ denn nie?

Wer nicht hören will, muss fühlen, sagt der Volksmund. Reicht es denn nicht, dass schon das in weltanschaulich gespaltene ukrainische Volk als Kanonenfutter verheizt wird?
Binnenkonflikte zwischen Ethnien dürfen nicht durch gewaltsamen „Regimechange“ (wie 2014 auf dem Kiewer Maidanplatz), sondern müssen nach geltendem Völkerrecht durch demokratische Wahlen ausgetragen werden. Es sei daran erinnert, daß der 2014 beim Staatsstreich gestürzte ukrainische Präsident Janukowytsch im Jahr 2010 demokratisch gewählt worden war – was ein Votum „für Russland“, jedenfalls gegen eine rückhaltlose Westorientierung bedeutete (Karl Albrecht Schachtschneider).[6] Der frühere ukrainischen Premierminister  Asarow sagte 2016: „Ohne Hilfe der USA hätte es keinen Staatsstreich gegeben“.[7] Was auf dem Maidan stattfand, war keine „demokratische Revolution“.

Pointe: Die Scharfschützen, die auf dem Maidanplatz sowohl Demonstraten als auch Ukrainische Sicherheitskräfte niedermähten, sollen aus Georgien (Tiflis) stammen.


[1] NZZ.ch, 10.3.2021, https://www.nzz.ch/meinung/die-zukunftskonferenz-der-eu-mit-vielen-praesidenten-ld.1604999

[2] Zit. nach Egon Flaig, https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/die-sechs-gestuerzten-saeulen-des-konservatismus/

[3] NZZ.ch, 10.05.2022, https://www.nzz.ch/international/konferenz-zur-zukunft-europas-teures-selbstgespraech-fuer-die-eu-ld.1683118?ga=1&kid=nl164_2022-5-9&mktcid=nled&mktcval=164_2022-05-10

[4] NZZ.ch, 10.05.2022, a.a.O.

[5] Die USA sehen Georgien als wichtigen Brückenkopf nach Zentralasien. Man ließ dem Land – wie auch der Ukraine seit 2014 – moderne Militärausrüstung zukommen und investierte in die Ausbildung georgischer Soldaten. Auf dem NATO-Gipfel 2008 in Bukarest wurde Georgien – wie auch der Ukraine – die grundsätzliche Möglichkeit eines NATO-Beitritts bestätigt. Der Konflikt Georgiens mit dem separatistischen Südossetien verhinderte dies bislang.
Die EU unterzeichnete schon 2006 ein Nachbarschaftsabkommen mit Georgien (wie mit Armenien und Aserbaidschan). Ihr Zugang zum EU-Binnenmarkt soll erleichtert werden.
Russland sieht im US-Engagement in Georgien „den Versuch, eine unipolare Welt unter der Führung der USA aufzubauen.“ (Wikipedia)

[6] K. A. Schachtschneider, Erinnerung ans Recht (Kopp 2014), S. 310.

[7] URL: https://www.heise.de/tp/features/Ohne-Hilfe-der-USA-haette-es-keinen-Staatsstreich-gegeben-3492309.html?fbclid=IwAR2ORMcY1kYrVTG4IoB3QKGlbbYF5swSrjUfvTq6Qt4WTQ2CLOAZHIZfXB0

Russisch Roulette für „westliche Werte“

Wer hat „den Krieg nach Europa zurückgebracht“?
Entgegen eines ARD-Kommentars vom 25. Februar war dies die NATO. 1999 bombardierte sie Serbien, auch dies ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Unter Joschka Fischers Schlachtruf „Nie wieder Auschwitz!“ hatte man eine Büchse der Pandora entdeckt: die „Responsibility to protect“. Theoretisch richtig, jedoch praktisch sehr problematisch, wenn der Sachverhalt im Dunkeln liegt. In der Nacht und im Bürgerkrieg sind alle Katzen grau. Kriegsreporter, die nicht wie gewünscht berichten, sind ihres Lebens nicht sicher oder werden nicht mehr vor Ort gelassen. Der SPIEGEL hatte damals in eloquenten Essays einseitig die serbischen Sicherheitskräfte als Barbaren vorgeführt, während UCK-Partisanen für die „gute“ Sache kämpften. Im Krieg stirbt die Wahrheit als Erstes. Im Nachhinein ist die Welt immer schlauer – und sei es durch „geleakte“ Informationen, deren Urheber in Hochsicherheitsgefängnissen landen („westliche Werte“?) -, aber dann ist es zu spät.

Obendrein erklärte der Internationale Gerichtshof (IGH) die Sezession des Kosovo für rechtsmäßig – sogar ohne Volksreferendum. Die nach eindeutiger Volksabstimmung erfolgte Sezession der Krim hingegen wurde zur russische „Annexion“ umgedeutet, um sie als Anlaß für rechtswidrige Wirtschaftssanktionen des „Westens“ zu instrumentalisieren.

Seit 1999 besteht die internationale „regelbasierte“ Ordnung nur noch auf geduldigem Papier (v.a. UN-Charta und Zivilpakt). Seither errichteten die USA schrittweise eine Herrschaft des Unrechts. Staats- und Völkerrechtler wie Dietrich Murswiek oder Karl Albrecht Schachtschneider haben das durchdekliniert – nicht anders als mancher „linke“, vermeintlich „antiamerikanische“ Vertreter des Fachs. Aber jetzt soll das, was jeder weltpolitisch interessierte Bürger im Stillen weiß, unter den Teppich gekehrt werden – ein Akt der Geschichtsklitterung á la George Orwells „1984“.


Das Faß zum Überlaufen brachte der Maidanputsch 2014. Auch das weiß eigentlich jeder. Denn alle, von der ARD bis zum EU-Parlament, beklagten seinerzeit – durchaus besorgt – die maßgebliche Beteiligung des „rechten Sektors“ – den man mittlerweile vollständig leugnet bzw. als Hirngespinst ausgibt.

Erst in der Ukraine wurde die NATO-Osterweiterung auf die Spitze getrieben – subversiv, völkerrechtliche Grauzonen nutzend, aber letztlich gewaltsam, mittels gedungener Scharfschützen, offenbar aus Georgien eingeschleust. Und zwar GEGEN das demokratische Votum des ukrainischen Volkes. Dieses hatte 2010 nicht die westorientierte Oligarchin Tymoschenko, sondern den russlandfreundlichen Präsidenten Janukowytsch gewählt!

In darauffolgenden acht Jahren terrorisierte Kiew – finanziert, aufgerüstet und ausgebildet durch CIA & Co. – die nun völlig legitimer Weise mehr Autonomie fordernde russischstämmige Mehrheit im Donbass. So rückte die NATO erstmals[1] dem russischen Bären unmittelbar auf die Pelle. Putin hatte seit 2007 vor dieser „roten Linie“ gewarnt.

Wer jetzt gleichwohl ruft: ´Ohne Rückgabe der Krim darf es keinen Frieden geben!´, schlafwandelt in den III. Weltkrieg.

Schon der Erste Weltkrieg konnte nicht beizeiten beendet werden, weil gewisse Kreise einen triumphalen „Siegfrieden“ brauchten, um Kriegskredite und Investitionen abzusichern. Bei manchen heutigen Säbelrasslern dürfte es sich ähnlich verhalten: man hat „Aktien im Feuer“.

Auf Facebook bringt es jemand auf den Punkt: „Das Leid der normalen Menschen in der Ukraine berührt mich zutiefst, aber die Wahrheit ist – bevor wir in einem atomaren Holocaust untergehen, ist mir es lieber, Putin gewinnt den Kampf. (…) Ob er behalten kann, was er gewonnen hat, wird von der Bevölkerung vor Ort abhängen. Eine dauerhafte Besetzung gegen den Willen der Bevölkerung wird zum Vietnam der Russen werden.“

Kein Russisches Roulette, sondern verhandeln

Entscheidend für Europa ist: Sich nun nicht im US-Interesse in den III. Weltkrieg treiben oder im atomaren Holocaust opfern zu lassen. Dieses Russisch Roulette darf nicht riskiert werden. Jedenfalls nicht ohne Bündnisfall, und auch nicht für verlogene „westliche Werte“, die nun nicht mehr am Hindukusch, sondern in der Ukraine verteidigt werden sollen.

Man muss zurück zum Minsker Abkommen von 2015. Hier hatte sich Kiew zum „Dialog“ mit den Separatisten verpflichtet (anstatt sie als „Terroristen“ zu behandeln). Minsk wird verständlich nur vor dem Hintergrund des „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ (auch im ethnischen Sinne) – der „eigentlichen ‚idée directrice‘ des internationalen öffentlichen Rechts“ (Ulrich Vosgerau).

Vernünftig wäre ein Friedensvertrag, in dem man sich darauf einigt, daß über das weitere Schicksal der ost- und südukrainischen Bevölkerung niemand anders als diese selbst zu bestimmen hat (wobei die OSZE organisatorische Vorkehrungen treffen könnte). Und daß die Westukraine neutraler Puffer zwischen West und Ost bleibt. Das Veto auch nur eines der 30 NATO-Staaten – z.B. von Ungarn oder von einer wieder zu Verstand gelangten Bundesrepublik -– würde den NATO-Beitritt ohnehin verhindern.

Mit Russland muss ein Dialog auf Augenhöhe geführt werden. Biden hat diesen noch kurz vor der russischen Invasion verweigert. Die Hybris des angloamerikanischen Establishments hat seit dem Fall des eisernen Vorhanges jedes Maß und Mitte verloren (was ohne den Abfall westlicher Eliten vom christlichen Glauben kaum möglich gewesen wäre).

Das mögen atheistische Materialisten anders sehen. Aber der Westen sollte auch deshalb  kleinere Brötchen backen, weil er gegen das Bündnis der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Süfafrika), deren Kampf gegen die Dollar-Hegemonie sich weitere anschließen werden, auf Dauer möglicherweise keine Chance hat. Schon demographisch nicht.

Peter Scholl-Latour hatte in die „Angst des weißen Mannes“ (2010) eindringlich vor einem „Scheitern des Westens“ gewarnt. Tiefere Ursache ist sein moralischer Bankrott: die Doppelmoral.  Und wer auf der „richtigen“ Seite der Geschichte steht, muss sich erst noch herausstellen.

Bislang hat man Patriotismus keineswegs als „westlichen Wert“ angepriesen! Sondern – ganz im Gegenteil – als Relikt aus Nazizeiten abgetan. Plötzlich aber sollen wir für „fremden“ Patriotismus einer fremden Nation – so bewunderswert er auch sein mag – kämpfen, darben und notfalls sterben? Was für eine Beleidigung der Intelligenz des Publikums! Für wie dumm, gehirngewaschen und schuldkomplexbehaftet hält man die propagandageschädigte deutsche Bevölkerung?

„Auch nach Hiroshima und Nagasaki haben Menschen dort noch weitergelebt. Ich will es jetzt nicht kleinreden, aber …„,
verkündet eine „Sicherheits-Expertin“ am 22. März 2022 bei Markus Lanz
[2]. Jedoch töteten diese Atombombenexplosionen „insgesamt circa 100.000 Menschen sofort – fast ausschließlich Zivilisten (…). An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen.“ (Wikipedia)

Und wieder geben „Qualitätsmedien“ Flankenschutz: ZDF-HeuteNachrichten ist sich sicher: „Nein, es droht kein Dritter Weltkrieg. Und nein, es droht auch kein Krieg mit atomaren Waffen.“ Anders allerdings Außenministerin Baerbock am 27. April ´22 zu potenziellem Atomkrieg Putins: „Wir können nichts ausschließen“.[3]

Ukraine first – Germany last?!

Die Mehrheit des deutschen Bundestages will der Ukraine schwere Kriegswaffen liefern, scheint also tatsächlich gewillt, einen Atomkrieg in Europa, notfalls auch ein deutsches Hiroshima, für ominöse „Werte“ zu riskieren. Dafür setzen sie Europas Völker, nicht zuletzt ihr eigenes, beim Russisch Roulette aufs Spiel.[4] „Slava Ukraini“ („Ehre – oder Heil  der Ukraine“!) heißt es nun. Eine parteiübergreifende „Deutschland-verrecke“-Fraktion denkt offenbar: Ukraine first – Germany last!

Feuilletonisten und Talkshow-Moderatoren wie Lanz, die den Werte-Bellizismus fanatisch mit Händen und Klauen verteidigen, indem sie immer wieder befangene „Experten“ aus dem Hut zaubern, um – wie in „1984“ – dreißig Jahre Zeitgeschichte umzuschreiben, versündigen sich an jeder praktischen Vernunft. Letztlich auch an der – sonst immer hochgehaltenen – „Menschheit“.

Nach alldem kann bis zur unabhängigen Verifizierung noch dahingestellt bleiben, ob es in der Ukraine (v.a. im umkämpften Schwarzmeerhafen Mariupol) NATO-finanzierte Biowaffenlabore gibt – jüngst sprach davon bei einer Kongressanhörung Miss „Fuck-the-EU“ Victoria Nuland vom US-Außenministerium.


Und noch etwas Brisantes zu den „Werten“, die in der Ukraine verteidigt werden sollen: Seit 2014 existiert eine Todesliste des ukrainischen Geheimdienstes, auf der mittlerweile 180.000 „Feinde der Ukraine“ aufgelistet sind, Personen aus ganz Europa, darunter zwei EU-Regierungsschefs (Orbàn sowie der kroatische Präsident Zoran Milanovic). „Mehrere Personen, deren Namen vorher auf der Liste veröffentlicht worden waren, wurden kurze Zeit später ermordet“![5]

Sollte es also tatsächlich am 09. Mai bei den Berliner Feierlichkeiten zum Gedenken des Ende des II. Weltkriegs, die u.a. an sowjetischen Ehrendenkmälern stattfinden, zu Anschlägen kommen, wovor der deutsche Verfassungsschutz warnt[6], sollte man nicht reflexartig mit dem Finger auf Russland zeigen, sondern „in alle Richtungen ermitteln“, wie es so schön heißt. Die Geheimdienstbehörde insinuiert zwar schon jetzt, es könne zu einem russischen „FalseFlag“-Manöver kommen, um dies der Ukraine in die Schuhe zu schieben. Es könnte sich aber genauso gut auch andersherum verhalten.


[1] (vielleicht abgesehen von Georgien)

[2] „Sicherheitsexpertin. Keine Angst vor Putins Atombomben“| Markus Lanz, 23.03.2022, https://www.youtube.com/watch?v=4uyOLmIEIAU (ab Minute 11:20); https://www.zdf.de/nachrichten/politik/putin-atomwaffen-ukraine-krieg-russland-lanz-100.html (23.03.2022).

[3] https://www.rnd.de/politik/atomkrieg-putins-moeglich-annalena-baerbock-koennen-nichts-ausschliessen-TDOMV2HO5VH7TKY4GUKJBICELM.html

[4] https://www.focus.de/politik/deutschland/analyse-von-ulrich-reitz-wegen-putins-krieg-beerdigt-annalena-baerbock-gruenen-traum_id_90390610.html

[5] Max Erdinger, 05.05.2022, https://journalistenwatch.com/2022/05/05/steckbriefe-myrotvorets-hit/?fbclid=IwAR16bHzeJvqkRTANInq-YDmYRzi-eqFLltP_uXZJsETTp7hfx2nftahqL_E
(„Internationale Aufmerksamkeit hatte „Myrotvorets“ erstmals im April 2015 bekommen, als der ukrainische Schrifsteller Oles Buzina und der frühere Parlamentarier Oleg Kalashinkov ermordet worden waren, kurz nachdem „Myrotvorets“ ihre Wohnadressen veröffentlicht hatte. Sowohl Menschenrechtsorganisationen als auch verschiedene Regierungen haben die Ukrainer wiederholt aber vergeblich dazu aufgefordert, „Myrotvorets“ vom Netz zu nehmen. Auf der Liste findet sich sogar die Kremlkritikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Svetlana Alexievich.“)

[6] 06.05.2022, https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_92140678/berlin-verfassungsschutz-warnt-vor-russischen-provokationen-auf-demos.html („Laut einem internen Bericht der Sicherheitsbehörden lägen Hinweise darauf vor, dass am Sonntag oder Montag Übergriffe auf prorussische Demonstranten inszeniert und anderen in die Schuhe geschoben werden könnten – etwa ukrainischen Aktivisten. Hinterher könnten diese „False Flag“-Attacken von Russland medial ausgeschlachtet werden.“)

Demokratie heißt nun: Mehr Atomkrieg wagen!

  • 29.04.2022: Die Mehrheit des deutschen. Bundestages ist tatsächlich gewillt, einen Atomkrieg in Europa, auch ein deutsches Hiroshima, für „Werte“ zu riskieren (die Interessen verschleiern). Dafür setzen sie die europäischen Völker, nicht zuletzt ihr eigenes, beim Russisch Roulette aufs Spiel.
    https://www.focus.de/politik/deutschland/analyse-von-ulrich-reitz-wegen-putins-krieg-beerdigt-annalena-baerbock-gruenen-traum_id_90390610.html
  • „Es gab Zeiten, da wurde man wenigstens noch gefragt, ob man den totalen Krieg überhaupt will“ (Kabarettist Uwe Steimle). Die Strack-Zimmermann´sche Parole auf dem FDP-Parteitag („Salva Ukraini!“) fragt allerdings nur wenig anders.
  • „Niemand hatte die Absicht …“
    – eine Mauer zu bauen
    – eine Brüsseler Diktatur zu errichten
    – Corona-Impfpflichten einzuführen
    – oder „sozial credit points“ á la China;
    – den III. Weltkrieg auszulösen ….
  • „Den Teufel spürt das Völkchen nie – und wenn er sie beim Kragen hätte“ (Goethe, Faust I, 1808: Mephisto zu Faust)
  • Der „Westen“ unverändert kompromißlos: Bärbock sagte auf Nachfrage Anne Wills, daß man die Krim unbedingt zurückwill – entgegen dem Votum der dortigen Bevölkerung! Russland soll sich also ohne Gegenleistung aus der Ukraine zurückziehen und Krim zurückgeben – vorher gibt es keinen Frieden! Das ist der Weg in den III. Weltkrieg.
  • Auch ein III. Weltkrieg, den Putin verlöre, wäre einer zuviel.
  • Wenn es wirklich um die „regelbasierte“ Weltordnung ginge, hätte Deutschland anno 1999 Serbien gegen die NATO verteidigen müssen, anstatt sich an diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu beteiligen.
  • Die „regelbasierte“ Weltordnung, für die die gleichen Leute, die sich vor Corona und CO2 in die Hose machen, jetzt den III. Weltkrieg (oder ein „deutsches Hiroshima“) riskieren, wurde zig mal von der US/NATO mit Füßen getreten, ohne daß ideologisches Tafelsilber hervorgeholt wurde.
    Diese Praxis ist und bleibt verlogen. Es muss mit Putin verhandelt werden.
  • Es eine völlige Verdrehung der Wahrheit, die Entspannungspolitik von Brandt, Genscher & Co. als Ursache des Ukrainekriegs hinzustellen – statt die auf die Spitze getriebene NATO-Osterweiterung. (Oskar Lafontaine bringt es in der aktuellen Weltwoche auf den Punkt[1]).
  • Der linksradikale Chomsky hatte Trump dafür verdammt, daß er die US-Südgrenze schließen wollte, muss aber ehrlicherweise Trumps diplomatische Haltung zum Ukrainekrieg in höchsten Tönen loben. Auch hier zeigt sich: Die Zukunft liegt im Querdenken![2]
  • In ökonomischer Hinsicht geht es dem US-Establishment im Ukrainekrieg darum, den EURO gegenüber dem Dollar zu schwächen – dem zentralen Pfeiler ihrer Hegemonie.[3]
  • Paradox im Ukrainekonflikt: „Unsere Regierung unterstützt mit Waffenlieferungen, was sie hierzulande als verfassungsfeindlich verfolgt“, nämlich den ethnischen Volksbegriff. (Rechtsstudent, zit. nach Michael Klonovsky[4])
  • George Orwell anno 2022: „Globalisierung heißt Frieden“

[1] https://www.nachdenkseiten.de/?p=83425

[2] https://twitter.com/ggreenwald/status/1520751923355398144?s=20&t=ShlhkLrqElA68ArA1tioKw

[3] https://multipolar-magazin.de/artikel/der-dollar-schluckt-den-euro?fbclid=IwAR0U59zmyDQu642UlyFokhY7atW0kSMAjNCUBLSCoLV9gAjGJMR58042Rlw

[4] „Sollte nicht die AfD nunmehr beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages ein Gutachten über die Frage in Auftrag geben, was für einen Volksbegriff die ukrainische Regierung vertritt? Mit anderen Worten: Wie lässt sich denn begründen, dass es irgendwo in dem geographischen Gebiet ‚Ukraine’ ein spezifisches Volk der ‚Ukrainer’ gibt, das einen unabhängigen Staat mit bestimmten Grenzen haben soll, ohne auf neuerdings gegen Art. 1 Abs. 1 GG verstoßende und daher verrufene Kategorien zu rekurrieren? Unsere Regierung unterstützt mit Waffenlieferungen, was sie hierzulande als verfassungsfeindlich verfolgt.“ (https://www.klonovsky.de/2022/03/das-afd-urteil-im-lichte-des-ukraine-konflikts/)