Kirchenvater Augustinus

Zu Ostern des Jahres 2015 wurde der TV-Zweiteiler „Augustinus“ gezeigt – was für ein Film!
Dick gedüngt mit gehaltvollen Dialogen wie sonst nur im hochklassigen Theater! Papst Benedikt hatte den Film durch eine Interview-Äußerung ins Rollen gebracht und fand nach dessen Vollendung lobende Worte. Der Film gewährt spannenden Einblick in eine Zeit, die uns als ´vernunft-feindlich´ verkauft wird. Er zeigt, dass christliche Philosophen auf hohem Niveau unterwegs waren. Sie hatten einen Vernunftbegriff, der noch die Transzendenz einschloß.

„Nicht Du findest die Wahrheit – die Wahrheit findet Dich!“

Unsere Epoche täte gut daran, hinzuhören und sich auch von ´voraufklärerischen´  Epochen inspirieren zu lassen. Welche Epoche vernünftiger war, ist noch nicht entschieden, denn „die Roulette-Kugel rollt noch“ (Jean Raspail).

Der Mittelmeerraum war noch einheitlicher Raum aus Abend- und Morgenland , so wie es heute von totalitären EU-Apologeten angestrebt wird. Allerdings gab es zu dieser Zeit den Islam noch nicht.

Glücklicherweise hörte der Anführer der Vandalen, die Rom unterwarfen, auf Augustinus und verbat seinen Kriegern bei der Plünderung der Stadt Hippo die Bücherverbrennung. Die Nachwelt kann dankbar sein für diesen Geistesblitz eines Barbaren, aber was nützt es, wenn die geretteten Schätze als ´dunkles Mittelalter´ diffamiert werden und in Vergessenheit geraten.

Die Presse nörgelte nur herum am Film (z.B. hier:  http://www.welt.de/fernsehen/article7029947/Augustinus-schoent-das-Leben-des-Kirchenvaters.html
Sie focussiert das angeblich „gestörte Verhältnis Augustinus´ zum weiblichen Geschlecht“ , weil dieser seine Frau aus Ehrgeiz und Ruhmsucht verlassen hatte (oder war sie ihm zuvorgekommen, wie der Film es darstellt? – egal). Aber gerade daraus hatte Augustinus seine Lehre gezogen.

Der Film ist wie Gemälde, bei dem man auf den ersten Blick gar nicht alle Details erfassen kann, und sicher auch beim zweiten Mal ein Genuß. Hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=oFmO8NIYsmQ

Augustinus (354 bis 430 n. Chr.) gilt als der Schöpfer der theologischen und philosophischen Wissenschaft des christlichen Abendlandes und wird deshalb als Kirchenvater bezeichnet. Mit seiner Schrift „Über den Gottesstaat“ (De civitate Dei) „entwickelt er die für Jahrhunderte gültige Unterscheidung zwischen irdischem Staat und Gottesstaat.“ Dies hatte bedeutenden Einfluss auf die mittelalterliche Zwei-Schwerter-Theorie, welche zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt unterschied, und auf die Zwei-Reiche-Lehre der lutherischen Reformation. (Wikipedia).

Augustinus war also einer der Väter der sog. ´Zwei-Reiche´-Lehre, auf der der moderne Verfassungsstaat mit seiner für ihn charakteristischen Trennung von Kirche und Staat bzw. von Religion und Politik. Die seinerzeit von ihm gewählte Bezeichnung „Gottesstaat“ ist für heutige Ohren irreführend: Sie hat nichts mit  Theokratie zu tun, die weltliche Herrschaft übernehmen will. Augustinus unterschied ja gerade zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt (wo Gottes Gesetze zählen).

 

 

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