Augustinus

Augustinus! Was für ein Film!!

Inspirierend, berührend, dick gedüngt mit gehaltvollen Dialogen wie sonst nur im Theater – und zwar im hochklassigen! http://www.amazon.de/Leben-heiligen-Augustinus-Alessandro-Preziosi/dp/B004Q45PB0
„Papst Benedikt selbst hatte den Film durch eine Interview-Äußerung ins Rollen gebracht“ – und fand nach dessen Vollendung lobende Worte:  http://www.augustinus.de/bwo/dcms/sites/bistum/extern/zfa/texteueber/benediktXVI/film.html

Informativ und unterhaltsam erzählt der Zweiteiler uns von einer Zeit, die uns als ´vernunft-feindlich´ verkauft wird – und zeigt, dass die christlichen Philosophen ihrer Zeit durchaus auf hohem Niveau unterwegs waren, aber einen anderen Vernunftbegriff hatten, der noch weise die Transzendenz einschloß.

„Nicht Du findest die Wahrheit – die Wahrheit findet Dich!“

Und was nun ´vernünftiger´ ist, ist doch noch lange nicht ´raus!
Unsere Epoche wandelt am Abgrund und täte gut daran, hinzuhören, ob und inwieweit dort für eine neue ´ Renaissance´ Honig gesaugt werden könnte.

Christen aller Länder vereinigt Euch!
Ich sehe da keine Probleme. Eine klare Unterscheidung zwischen Abend- und Morgenland gab es zu Zeiten von Kirchenvater Augustinus noch nicht, hier wurde noch echtes Multikulti – ohne Apartheid und Parallelgesellschaften – gelebt! Der Mittelmeerraum war noch ein einheitlicher Raum – so wie es auch heute wieder von EU-Großraum-Apologeten hinter den Kulissen angestrebt wird. An sich eine schöne (wenn auch vielleicht illusionäre) Vorstellung! Allerdings gab es zu dieser Zeit den Islam noch nicht! Dies muss man auch bei der Interpretation mancher Äußerungen des heiligen Augustinus´ bedenken. http://www.citizentimes.eu/2010/08/05/alles-was-ein-muslim-zur-verbreitung-oder-vertiefung-des-islams-tut-ist-dschihad/
Im Film wurde selbst der Anführer der Vandalen als letztlich empfänglich für den Geist Augustinus dargestellt und verbat seinen Kriegern bei der Plünderung Hippos die Bücherverbrennung – die Nachwelt muss dankbar sein für diesen Geistesblitz eines ´Barbaren´.

War ja klar, dass man solche Qualität an Karfreitag im Nachmittagsprogramm versteckt. Um die Leute im Abendprogramm lieber mit Albernheiten und ´Hitler´-Pädagogik auf Linie zu halten. Klar war auch, dass die Presse nur rumnörgeln würde. http://www.welt.de/fernsehen/article7029947/Augustinus-schoent-das-Leben-des-Kirchenvaters.html
Sie focussiert das angeblich „gestörte Verhältnis des Augustinus zum weiblichen Geschlecht“ , weil dieser seine Frau aus weltlichem Ehrgeiz, Narzissmus und Ruhmsucht verlassen hatte (oder war sie ihm zuvorgekommen, wie der Film es darstellt? – egal). Aber gerade u. a. daraus hatte Augustinus sprichwörtlich seine Lehre gezogen!

Der Film ist wie Gemälde, bei dem man auf den ersten Blick gar nicht alle Details erfassen kann – und sicher auch beim zweiten Mal ein Genuß. Hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=oFmO8NIYsmQ

Für (rechts-)geschichtlich Interessierte:
Augustinus „gilt als der Vater und Schöpfer der theologischen und philosophischen Wissenschaft des christlichen Abendlandes und wird deshalb als Kirchenvater bezeichnet.“ Mit seiner Schrift „Über den Gottesstaat“ (De civitate Dei) „entwickelt er die für Jahrhunderte gültige Unterscheidung zwischen irdischem Staat und Gottesstaat (civitas terrena und civitas Dei).“
Dies hatte „bedeutenden Einfluss auf die mittelalterliche Zwei-Schwerter-Theorie, welche die beiden civitates mit der geistlichen und weltlichen Gewalt identifizierte, und auf die Zwei-Reiche-und-Regimenten-Lehre der lutherischen Reformation.“ (Wikipedia).

Augustinus war also zumindest Mitbegründer der sog. ´Zwei-Reiche´-Lehre, auf der der moderne säkularisierte Verfassungsstaat fußt: Trennung von Kirche und Staat bzw. von Religion und Politik. Die seinerzeit von ihm gewählte Bezeichnung „Gottesstaat“ ist für unsere heutigen Ohren irreführend: Das hat nichts mit dem IS oder Theokratie zu tun, die weltliche Herrschaft übernehmen will. Augustinus unterschied ja gerade zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt (wo Gottes Gesetze zählen).

 

 

Quo vadis, papa ? Der Papst und der Islam

In seinem apostolischen Schreiben EVANGELII GAUDIUM vom 28.11.2013 nennt Papst Franziskus das barbarische Abschlachten von Christen im Irak und anderen islamischen Ländern „Zwischenfälle eines gewalttätigen Fundamentalismus“.

(„Angesichts der Zwischenfälle eines gewalttätigen Fundamentalismus muss die Zuneigung zu den authentischen Anhängern des Islam uns dazu führen, gehässige Verallgemeinerungen zu vermeiden, denn der WAHRE Islam und eine ANGEMESSENE Interpretation des Korans STEHEN JEDER GEWALT ENTGEGEN.“)

Der Papst nennt gräßliche Genozide und unfassbare Brutalität, die man sonst nur aus amerikanischen Horror-Trash-Movies kennt, „Zwischenfälle“. Was für ein Wort ! Mehr noch: Er deklamiert, diese „Zwischenfälle“ hätten nichts mit dem ´wahren Islam´ zu tun. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist aber nicht zuständig für die Verkündung eines „authentischen“ Islam oder eine „angemessene Interpretation des Korans“. Das bedeutet einerseits eine Einmischung in theologische Fragen einer fremden Religion, andererseits ein naiver Persilschein, der sich geschichtsverfälschende Inschutznahmen einreiht, etwa seitens des derzeitigen amerikanischen Präsidenten („lange Tradition  der Toleranz“ unter Hinweis auf die andalusische Ära). Wie dieser bescheinigt nun auch der Papst implizit Islam-Kritikern den wahren Islam aufgrund „mangelnder Bildung“ nicht erkennen zu können und mit „gehässigen Verallgemeinerungen“ zu argumentieren.

Hier klingt der übliche politisch korrekte, auf einem intellektuellen Kurzschluss beruhende moralische Vorwurf mit, Islamkritik richte sich pauschal und ´rassistisch´ gegen MENSCHEN islamischen Glaubens. Ein Vorwurf, der dazu dient, jegliche kritische Auseinandersetzung mit dem Islam möglichst im Keime zu ersticken. Derselbe Kurzschluss, der bei unseren Politikern dazu führt, dass ihnen als Reaktion auf Kirchenverbrennungen in Deutschland durch junge Moslime nichts anderes einfällt, als Lichterketten ´gegen rechts´ zu organisieren.
http://journalistenwatch.com/cms/2013/11/20/von-schweinekoepfen-und-brennenden-kirchen/

All´ das reiht sich wiederum ein in ein welt- bzw. UNO-weites Projekt gegen die Meinungsäußerungsfreiheit, welches auf EU-Ebene bald auch mit einem immer enger werden Schleppnetz des Strafrechts unter der Flagge von „Toleranz“ und „Anti-Diskriminierung“ realisiert werden soll, durch dessen Maschen Thilo Sarrazin mit seinem Millionen-Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ so gerade noch hindurchgeschlüpft war.

Umso mehr steht sie nun auf der Agenda der EU: Die endgültige Wiederkehr eines durch die Aufklärung längst eliminiert gewähnten mittelalterlichen ´Gesinnungsstrafrechts´, einer Büchse der Pandora, die in 90er-Jahren – sicherlich politisch ´gut gemeint´, aber rechtssystematisch fragwürdig  – mit der Erweiterung des Straftatbestandes der „Volksverhetzung“ (§ 130 StGB) um die sog. Áusschwitzlüge´  geöffnet wurde.

Umfangreiche Materialien zum Islam und zum Kampf der UNO gegen Meinungsfreiheit und angebliche ´Islamophobie´ finden sich im Forschungs- und Dokumentationsprojekt www.islamdebatte.de der Stresemann Stiftung,  s. auch http://www.citizentimes.eu/2013/11/25/europaeische-aufklaerung-nicht-verraten/


„Erwartungshaltung aus der Welt der Paartherapie“

Benedikt war ein intellektueller Papst, seine Domäne sind Verstand und kühle Vernunft. Seine berüchtigte ´Regensburger Rede´, die u. a. die ´Toleranz´ des Islams anzweifelte,  war ein Zeugnis hiervon, mag sie auch Tumulte in der islamischen Welt ausgelöst haben. Franziskus hingegen ist ein Mann – und wohl auch Kommunist – des Herzens. Diese Art Menschen tappen leicht in die Falle der Naivität, weil sie die eigene Güte auf andere projezieren. Das ist zwar christlich, aber nicht immer realistisch. Schon gar nicht in der Welt der Politik. Der Islam ist jedenfalls nicht nur eine Religion. Henryk M. Broder spottet zurecht, dass man einen „Kampf der Kulturen“ mit einer „Erwartungshaltung aus der Welt der Paartherapie“ beizulegen trachte: „Wenn ich lieb zu Dir bin, bist Du lieb zu mir. Allein die Rechnung geht nicht auf. Weder global, noch bilateral“ (Die letzten Tage Europas – wie wir eine gute Idee versenken, Knaus, 2013, S. 202).

Insbesondere, weil Franziskus schließlich „demütig“ fleht, dass man den Christen „in diesen Ländern“ dieselbe Toleranz und die gleichen Rechte zukommen lassen möge, wie diese umgekehrt Moslems in westlichen Ländern genießen, hätte sein Statement zwar einem moderaten Iman gut zu Gesicht gestanden, aber nicht dem Oberhaupt der katholischen Kirche.  Ein Papst müsste besagte „Zwischenfälle´ entweder deutlicher verurteilen (hier wäre einmal der wohlfeile Talkshow-Schlachtruf der Politiker „Es darf nicht sein, dass … !“ angebracht gewesen)  – oder wenigstens schweigen. Sein Statement ist eine Bankrotterklärung. Letztlich wohl auch eine Ohrfeige für Putin, dem er kürzlich eine vielbeachtete Audienz gewährte, und dessen Aufruf an die westliche Welt, gemeinsam weltweite Christenverfolgung zu ächten.

Aber könnte sich dadurch das Schicksal von Christen nicht noch verschlechtern? M. E. nicht. Denn dieses hängt einzig und allein von Machtverhältnissen ab. Das lehrt eine 1400-jährige Geschichte. Als die Welt kürzlich aufgrund eines vorangegangenen Mordaufrufs – zu unrecht, wie sich mittlerweile herausstellte – von Hamed Abdel-Samads  Entführung durch Islamisten ausging, kommentierte der Tagespiegel überraschend geradlinig: „Er und seine Meinung über den politischen Islam müssen nun maximale Bekanntheit erlangen – das könnte ihn schützen.“ http://www.tagesspiegel.de/meinung/entfuehrung-von-hamed-abdel-samad-hoffen-fuer-hamed/9125538.html

Die Meinung, die nach Auffassung des Tagesspiegels „nun maximale Bekanntheit erlangen“ müsse, veröffentlichte DER SPIEGEL im Zusammenhang mit der Entführung wie folgt:

„Ich denke, dass der religiöse islamische Faschismus sehr alt ist. Er hat nicht mit dem  Aufstieg des Salafismus oder der Muslimbrüder begonnen, sondern mit der Eroberung Mekkas.“

Der Spiegel kommentierte diese Worte Hamed Abdel-Samads so:

„Toleranz gegenüber Andersgläubigen habe die muslimische Urgemeinde um den Propheten Mohammed nämlich nur geübt, solange die Muslime in Mekka nicht an der Macht waren. Damit stellte er die These auf, dass der religiöse Faschismus praktisch von Beginn an im Islam angelegt sei. Seine Kritik zielte somit weit über die damals noch regierenden Muslimbrüder hinaus.“ http://www.spiegel.de/politik/ausland/hamed-abdel-samad-hat-islamisten-gegen-sich-aufgebracht-a-935735.html